Das klimatische Sommerinterview
Cottbus | Der Sommer 2026 fiel zwar deutlich zu warm aus, durch die vielen Schauer- und Gewittertreffer aber auch zu nass. Im Gegensatz zum Südwesten Deutschlands war es in Cottbus kein Rekordsommer. Schwerpunkt dieses Beitrags soll aber die Durchschnitts
Cottbus | Der Sommer 2026 fiel zwar deutlich zu warm aus, durch die vielen Schauer- und Gewittertreffer aber auch zu nass. Im Gegensatz zum Südwesten Deutschlands war es in Cottbus kein Rekordsommer. Schwerpunkt dieses Beitrags soll aber die Durchschnittstemperatur aller drei Sommermonate und deren Sicht auf die aktuelle Klimaentwicklung sein.
Der Juni war vor allem in der zweiten Hälfte außergewöhnlich und ein absoluter Rekordmonat. Mit 40,7 Grad wurde zudem ein neuer Juni-, als auch Allzeitrekord für den Standort Cottbus aufgestellt. Noch nie war es an einem Sommertag heißer gewesen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,90 Grad war es nur der 4. wärmste Junimonat. Grund dafür ist die relativ kühle erste Junihälfte. Im Juli wurde dann eine Durchschnittstemperatur von 19,73 Grad gemessen. Dieser Wert liegt leicht unter dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 (19,82 Grad). Die Durchschnittstemperatur im August lag bei 20,10 Grad und somit nur der 16. wärmste Augustmonat seit 1889.
In der Summe ergeben alle drei Monate einen Wert von 20,24 Grad und damit den 8. wärmsten Sommer. Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1991 bis 2010 ergibt das eine Abwichung von +1,28 Grad. Abbildung 1 zeigt den Zusammenhang der Abweichungen der letzten Jahre und der Klimaerwärmung. Unschwer zu erkennen, dass die letzten 12 Sommer alle zu warm ausfielen.

Abb. 1 Temperaturabweichung des Sommers (Juni, Juli und August) am Standort Cottbus. Dargestellt in Einzeljahren seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1889 und zum Mittel der Jahre 1991 bis 2020.
Wählt man den vorherigen Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990 (Abb. 2) zeigt sich auch hier, dass die letzten Jahre, allen voran ab den frühen 1990er, dass die Sommer im Durchschnitt immer wärmer ausfallen. Besonders auffällig, dass seit dem Sommer 2018 fast alle weiteren Sommer mit eine porsitiven Abweichung von 2 oder mehr Grad endeten.

Abb. 2 Temperaturabweichung des Sommers (Juni, Juli und August) am Standort Cottbus. Dargestellt in Einzeljahren seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1889 und zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990.
In Abbildung 3 werden die Einzeljahre noch einmal seperat dargestellt. Hier ist vor allem das 10-jährige Mittel (schwarze Linie) interessant. Wird der Zeitraum von 1946 bis 1950 ausgeblendet (Standort der Wetterstation in der Innenstadt), so gibt es in den letzten Jahren nur noch eine Richtung. Seit 1997 lag kein Sommer mehr unter einer Durchschnittstemperatur von 18,0 Grad. Der aktuell, bestehende Höchstwert von 21,41 Grad wurde im Sommer 2019 aufgestellt. Den tiefsten, bisher registrierten Sommerwert gab es mit 15,93 Grad im Jahr 1923.

Abb. 3 Mittelwert des Sommers (Juni, Juli und August) am Standort Cottbus in absoluten Werten. Dargestellt in Einzeljahren seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1889.
In der letzten Abbildung des Beitrags (Abb. 4) werden die Durchschnittstemperaturen des Sommers als Jahrzehnte zusammengefasst. So zeichnet sich auch hier eindeutig ein Trend zu höheren Durchschnittstemperaturen ab. Beispielhaft ist dabei der Zeitraum von 1981 bis 1990 erwähnt. Dort wurde noch ein Mittelwert von 17,71 Grad gemesssen. Für den Zeitraum 2021 bis 2030 liegt eben dieser Wert schon bei 20,03 Grad und weiter steigend.

Abb. 4 Mittelwert des Sommers (Juni, Juli und August) am Standort Cottbus. Dargestellt nach Jahrzehnten.
Zusammenfassend heißt das also nun, tritt keine Änderung in der weiteren Klimaerwärmung auf, werden auch die Sommer in Cottbus immer heißer. Das betrifft sowohl die Durchschnittstemperatur aller drei Einzelmonate (Juni, Juli und August) als auch die absoluten Tageshöchst- und tiefstwerte. So wundert es kaum, dass es im Juni zu einer außergewöhnlichen Hitzewelle kam und erstmal die 40er Grad Marke (flächendeckend und an meheren Tagen!) in der Region gefallen ist.
Gleichzeitig steigt neben der Durchschnittstemperatur auch die Anzahl der heißen Tage (30 Grad oder mehr) und der Tropentage (35 Grad oder mehr). Vor allem in überhitzen Innenstädten, unklimatisierten Gebäuden und im ÖPNV ist das ein großes Problem. Dafür müssen Strategien entwickelt werden um das Stadtklima an die heutigen Bedürfnisse anzupassen.